SCHEINWARNPRACHT,

2010

– 2011

Details:

2010

– 2011

Warum sehen wir Tiere an? Die Augen eines Tieres sind, wenn sie einen Menschen betrachten, aufmerksam und wachsam. Das gleiche Tier wird wahrscheinlich andere Tiere auf die gleiche Weise ansehen. Für den Menschen ist kein besonderer Blick reserviert. Doch keine andere Gattung als die des Menschen wird den Blick des Tieres als vertraut empfinden. Andere Tiere nimmt der Blick gefangen. Der Mensch jedoch wird sich, indem er den Blick erwidert, seiner selbst bewusst. Das Tier beobachtet ihn genau, über einen schmalen Abgrund des Nicht- Verstehens hinweg. Aus diesem Grund kann der Mensch das Tier überraschen. Doch auch das Tier selbst wenn es domestiziert ist- vermag den Menschen zu überraschen. Der Mensch blickt ebenfalls über einen ähnlichen, wenn auch nicht identischen Abgrund des Nicht-Verstehens hinweg. Wo immer er auch hinblickt. Er blickt immer über einen Abgrund aus Unwissenheit und Angst. wenn er nun von einem Tier wahrgenommen wird, wird er so gesehen, wie er seine Umgebung sieht. Weil er dies erkennen kann, wird ihm der Blick des Tieres zu einem vertrauten. Und doch ist das Tier verschieden und kann nie mit einem Menschen verwechselt werden. Daher schreibt man Tieren eine Macht zu, die sich zwar mit menschlicher Macht vergleichen lässt, doch niemals mit ihr zusammenfällt. Das Tier hat etwas Geheimnissvolles, das, anders als die Geheimnisse der Höhlen, Berge und Meere, sich in besonderer Weise an den Menschen wendet. aus: John Berger, Das Leben der Bilder oder Die Kunst des Sehens (1980)

Exhibitions:

2012

PREISTRÄGERAUSSTELLUNG PHÖNIX KUNSTPREIS – Solo

2012

BLINDENGARTEN – Solo

2011

SCHEINWARNPRACHT – Solo

Literature:

2014

IMPERFEKTES KINO/IMPERFECT CINEMA – Monography – DT/EN

2013

ALBEN – CATALOGUES I-IX – Monography – DT

2009

MEERJUNGFRAUEN UND BLINDE LIEBE – Text / Article – DT

Collections:

PRIVATE COLLECTION

SCHEINWARNPRACHT

Details:

2010

– 2011

Warum sehen wir Tiere an? Die Augen eines Tieres sind, wenn sie einen Menschen betrachten, aufmerksam und wachsam. Das gleiche Tier wird wahrscheinlich andere Tiere auf die gleiche Weise ansehen. Für den Menschen ist kein besonderer Blick reserviert. Doch keine andere Gattung als die des Menschen wird den Blick des Tieres als vertraut empfinden. Andere Tiere nimmt der Blick gefangen. Der Mensch jedoch wird sich, indem er den Blick erwidert, seiner selbst bewusst. Das Tier beobachtet ihn genau, über einen schmalen Abgrund des Nicht- Verstehens hinweg. Aus diesem Grund kann der Mensch das Tier überraschen. Doch auch das Tier selbst wenn es domestiziert ist- vermag den Menschen zu überraschen. Der Mensch blickt ebenfalls über einen ähnlichen, wenn auch nicht identischen Abgrund des Nicht-Verstehens hinweg. Wo immer er auch hinblickt. Er blickt immer über einen Abgrund aus Unwissenheit und Angst. wenn er nun von einem Tier wahrgenommen wird, wird er so gesehen, wie er seine Umgebung sieht. Weil er dies erkennen kann, wird ihm der Blick des Tieres zu einem vertrauten. Und doch ist das Tier verschieden und kann nie mit einem Menschen verwechselt werden. Daher schreibt man Tieren eine Macht zu, die sich zwar mit menschlicher Macht vergleichen lässt, doch niemals mit ihr zusammenfällt. Das Tier hat etwas Geheimnissvolles, das, anders als die Geheimnisse der Höhlen, Berge und Meere, sich in besonderer Weise an den Menschen wendet. aus: John Berger, Das Leben der Bilder oder Die Kunst des Sehens (1980)

Literature:

2014

IMPERFEKTES KINO/IMPERFECT CINEMA – Monography – DT/EN

2013

ALBEN – CATALOGUES I-IX – Monography – DT

2009

MEERJUNGFRAUEN UND BLINDE LIEBE – Text / Article – DT

Collections:

PRIVATE COLLECTION

Request: SCHEINWARNPRACHT

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